Ich glaube fest, dass wenn man Kindern schon das fundamentalste moralische Recht eines jeden Individuums: das Recht, mit Respekt behandelt zu werden, beibringen kann, schlussendlich nicht nur Tiere davon profitieren, sondern auch wir Menschen. „Tierschutz ist Menschenschutz“.   Wir Erwachsene sind meist schon festgefahren in unseren Gewohnheiten und beginnen ein Umdenken erst, wenn ein Leidensdruck uns dazu zwingt. Sprich, wenn wir z.B. krank werden. Dann erst beginnen wir unsere Essgewohnheiten und unseren Lebensstil zu hinterfragen. Auch andere schmerzvolle Erfahrungen, können für einen Wandel sorgen.   Bei mir war es ein Film über einen Tiertransport vor fast 30 Jahren. Was ich damals sah, war so ungeheuerlich für mich, dass ich mir sagte, für so viel Tierleid möchte ich nicht länger mitverantwortlich sein „Weinen ist nicht genug!“ Von einem Tag auf den anderen ass ich kein Fleisch und keinen Fisch mehr und schränkte meinen Milch- und Eierprodukte Konsum auf ein Minimum ein. Ich konnte damit die Welt nicht verändern, aber meine Welt ist besser geworden.
Seit 30 Jahren bin ich Vegetarierin und habe in dieser Zeit immer verschiedensten Tierschutzorganisationen Geld gespendet. Aber „aktiv“ im Tierschutz bin ich erst seit 2006. Es hat mir früher an Zeit und Mut gefehlt mich intensiv darum zu kümmern.   2006 habe ich dann die Ärmel hochgekrempelt und  in Graz bei Frau Charlotte Probst die Ausbildung als „Tierschutz Lehrerin“ gemacht. Um das Thema von Grund auf anzugehen habe ich nochmals die Schulbank gedrückt und wie ein Teenager im Studentenheim gewohnt. Es war menschlich gesehen eine wunderbare Zeit. Allerdings brachte mich das Thema und die Filme an den Rand meiner Belastbarkeit. Aber ich habe durchgehalten, weil ich dachte, diesen Schmerz brauche ich um glaubhaft anderen Menschen zu erzählen, was bei unseren sogenannten „Nutztieren“, „Laborversuchstieren“ oder „Pelzfarmtieren“ immer noch abgeht.
 
Heute bin ich überzeugt, dass unsere Hoffnung die Kinder und Jugendlichen sind. „Tierschutz im Unterricht“ sind daher wichtige Fächer und sollten in allen Schulen eingesetzt werden.
gabriela rickli-gerster